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Arothron nigropunctatus – Schwarzflecken Kugelfisch

Haltungsbericht

 

Aronthro nigropunctatus

 

 

Ich pflegen meinen Schwarzflecken Kugelfisch jetzt etwas über 2 Jahre (2003) in einem 1000-Liter-Aquarium zusammen mit je 2 Drücker- und 2 Doktorfischen sowie einem Paar Grundeln und einem Paar Demoisellen. Die ganze „Fischgesellschaft“ versteht sich recht gut. Streit gibt es so gut wie nie, und wenn, mein Kugelfisch hält sich aus allem raus. Auch beim Füttern ist er meist der Letzte, der kommt und sich seinen Anteil von der Pinzette holt. Da sich Schwarzflecken-Kugelfische in der Natur überwiegend von Acropora-Korallenpolypen ernähren, die ich ihm im Aquarium natürlich nicht anbieten kann, musste ich nach anderen Möglichkeiten suchen. Relativ schnell fand ich heraus das Er wohl am liebsten schon relativ große Garnelen (im Ganzen), Muscheln mit Schale, aber auch ab und an ein bis zwei Stinte, mochte! Da es mir wichtig war das Er sich seine Zahnleisten (je zwei Zahnleisten oben und unten, hierauf bezieht sich auch die wissenschaftliche Namensgebung: Tetraodontidae = Vierzähner) abnutzen konnte, bot ich anfangs mehr Muscheln in Schale an und ging dann nach und nach dazu über vermehrt große Garnelen anzubieten. Irgendwann stellte ich fest, dass er anfing, ab und an den Drückern ihre Stinte „zu klauen“. Also bot ich ihm, da ich ihn nach wie vor mit der Pinzette einzeln füttere, auch ein bis zwei Stinte an, die er gerne nahm und restlos verzehrte.

Mein „Fischbecken“ hat eine selbst gebaute Rückwand aus Portlandzement, mit diversen Unterständen und kleineren Höhlen, die er nutzt, um sich zurückzuziehen. Die Drücker im gleichen Becken sind ständig „unterwegs“, das mag er nicht sonderlich, er schaut sich das Geschehen lieber aus einer der Höhlen oder Unterständen an. Wichtig ist ein nicht zu grober Sandboden im Aquarium. Schaut er nicht aus einer seiner Höhlen, ist er ständig dabei den Sand nach Fressbarem „abzupusten“. Da er relativ schnell alle Schnecken und kleineren Einsiedler die im Aquarium waren bis auf genau 0 reduziert hatte, sucht und findet er jetzt ausschließlich, von mir vorher vitaminisiertes (Multisanostol / Lipovit), grobes Granulatfutter sowie ab und an Mysis und Borstenwürmer. Einen Hinweis noch zum Füttern. Auf gar keinen Fall mit der Hand füttern. Auch wenn Kugelfische relativ schnell „handzahm“ werden und das Futter von einer Futterzange oder Pinzette (sicher auch aus der Hand) nehmen, sie könne extrem zubeißen und schon ist die Fingerkuppe ab. Beim Hantieren im Becken ist mein Kugelfisch „pflegeleicht“, er schaut sich zwar an was ich da mache, kümmert sich aber nicht weiter. Da sind meine Drücker von anderem Kaliber, von denen gibt es dann ab und an auch mal einen herzhaften „Zwicker“ in Hand oder Arm.

Das man in ein Aquarium, in dem ein Kugelfisch schwimmt, keinen Seeigel einsetzen kann, ist denke ich klar. Den hätte er in etwa 5 Minuten „abgefertigt“, sprich aufgefuttert. Auch große Exemplare haben auf längere Sicht keine Chance gegen ihn, wie ich leider feststellen musste. Seesterne dagegen lässt er vollkommen in Ruhe. Auch kleinere Fische, wie Grundeln oder Schleimfische ignoriert er. Normal ist das Verhalten aber eher nicht zu nennen, kleinere Fische gehören in der Natur durchaus zu seiner Beute. Ich habe den Versuch gewagt sie zu vergesellschaften und es hat funktioniert. Er teilt sich bei mir sogar seine „Schlafhöhle“ mit einem Salarias fasciatus (Juwelen-Felshüpfer) unter einem Überhang am Aquariumboden. Wie gesagt, bei mir funktioniert das Zusammenleben, das muss aber durchaus nicht immer der Fall sein.

Mein Exemplar ist inzwischen etwa 25-30cm (er hält einfach nicht still beim Nachmessen) und wächst seit gut 1 Jahr nicht mehr. Ich denke größer werden sie nicht im Aquarium, es sei den man hätte ein 10.000 Liter Becken zu bieten. Maximal sollen sie in der Natur etwa 33-35cm erreichen können. Er lässt sich mit seinen ca. 30cm Größe gerade noch in einem Aquarium pflegen. Alle anderen Meerwasser-Kugelfische, mit Ausnahme der ­Canthigaster Arten, werden für eine Pflege im Aquarium einfach zu groß. Man sollte sie da lassen, wo sie sich am wohlsten fühlen, im Meer.

Arothron nigropunctatus ist in meinen Augen absolut KEIN Anfängerfisch, er sollte schon aufgrund der Futterproblematik und natürlich auch der Tatsache, dass es sich um einen Giftfisch handelt, ausschließlich von erfahrenen Meerwasser-Aquarianern gepflegt werden. Auch ist er in meinen Augen nicht, anders als die meisten Süßwasser-Kugelfische, ein Fisch für das Artenbecken. Er sollte in einem Fischbecken, zusammen mit anderen wehrhaften Fischen (Drücker-, Doktor- und Lippfische) und/oder kleineren Grundeln, gepflegt werden. Zur paarweisen Haltung kann ich leider nichts sagen. Da Schwarzflecken-Kugelfische in Natur ja als Einzelgänger gelten, sollte man sie auch im Aquarium einzeln pflegen. Zwei Kugelfische der gleichen Art in einem Aquarium würden mit Sicherheit recht schnell zum Tod des schwächeren führen. Einen zweiten Kugelfisch einer anderen Art sollte allerdings durchaus funktionieren.

Da es sich bei Meerwasser-Kugelfischen ausschließlich um Wildfänge handelt, steht außer Frage, dass sie giftig sind. Verstirbt ein Kugelfisch im Aquarium, sollte man ihn schnellstmöglich entfernen, da er sonst den gesamten Fischbestand töten könnte. Giftig ist bei einem Arothron nigropunctatus, wie bei allen anderen Kugelfischen auch, nicht das Muskelfleisch, sondern ausschließlich Haut, Leber und Eierstöcke des Fisches. Bei dem Gift handelt es sich um Tetrodotoxin. Dieses Nervengift ist eines der stärksten bekannten, nicht proteinartigen Gifte. Die tödliche Dosis beträgt nur etwa 10 µg/kg Körpergewicht. Das Nervengift wird nicht vom Fisch selbst synthetisiert, sondern von Pseudomonas–Bakterien. In Freiheit frisst der Fisch diese Bakterien gezielt, um eben das Gift als Abwehrmechanismus entwickeln und nutzen zu können.

Als Fazit bleibt zu sagen: Arothron nigropunctatus ist ein "giftiger" aber liebenswerter, relativ pflegeleichter Meerwasser-Kugelfisch, bei dem es immer wieder Spaß macht ihn zu beobachten.

                                              

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