HQI Beleuchtung für das Meerwasser-Aquarium
HQI, was ist das
HQI ist ein eingetragenes Warenzeichen von Osram und steht für Halogen-Metalldampflampe, auch Hochdruck-Entladungslampe genannt. Es gibt eine Vielzahl von Firmen, die diese Technik ebenfalls verwenden und gleichwertige Leistungen erzielen.
T5 Beleuchtung unserer Riffaquarien
Was bedeutet T5? Der Durchmesser der Röhre einer Leuchtstofflampe ist standardisiert. T5 steht dabei für das englische Maß 5/8 inch. Der Durchmesser einer T5 Neonröhre beträgt folglich 5/8 inch, was umgerechnet ca. 16 mm entspricht. T5 Leuchtstoffröhren sind von der Bauart her sogenannte Heißkathodenröhren. Die bekannteste und auch beliebteste Beleuchtungsform für Aquarien ist nach wie vor die Leuchtstoffröhre ("Neonröhren"). Es gibt sie heute fast ausschließlich noch in der T5-Technik für Riffaquarien zu kaufen.Die alte Bauform T8 ist im Handel, aber auch über unseren Aquarien, kaum noch anzutreffen (Ausnahme: Süßwasser-Aquarien). Vorteil der Röhrentechnik gegenüber HQI ist, dass es so ziemlich alle Lichtfarben gibt und die recht flach installierbare Bauweise.Auch mit der T5-Technik lassen sich beachtliche Lichtleistungen erzielen. Einer der Nachteil ist, die aus meiner Sicht recht unnatürlich wirkende, bis in den letzten Winkel des Aquariums gleichmäßig dringende Beleuchtung ohne das reizvolle Lichtspiel durch Reflexionen an der Wasseroberfläche wie es eine HQI-Beleuchtung bietet.
Als Zusatz- bzw. Ergänzung zu HQI-Leuchten eignen sich Leuchtstoffröhren jedoch ganz ausgezeichnet und können den oftmals fehlenden Blauanteil der HQI-Leuchte so optimal ergänzen oder zusätzlich die Leistung von HQI-Leuchten abrunden.
Die HQI Technik
Diese Technik bietet mit Abstand die höchste Lichtleistung pro Fläche im direkten Abstrahlungsbereich. Es wird sehr viel und qualitativ sehr hochwertiges Licht in Bezug auf die Leistung abgegeben. HQI-Leuchten haben einen sehr hohen Wirkungsgrad und sind sehr effizient in der Lichtausbeute.
Das HQI-Licht ist extrem hell, von ausgezeichneter Farbtreue und wirkt sehr natürlich in einem Meerwasser-Aquarium. Meiner Meinung nach ist es das beste Licht, dass zurzeit bezahlbar zur Verfügung steht neben den T5-Leuchtstofflampen im Meerwasserbereich ist HQI neben den T5-Röhren als Beleuchtungsquelle inzwischen Standard.
Der Vorteil von HQI gegenüber der Leuchtstofftechnik liegt in der Erzeugung von sehr schönen und natürlich wirkenden Lichtreflexionen bei bewegter Wasseroberfläche sowie der größeren Leuchtdichte im Abstrahlungsbereich des Reflektors. Das Licht wirkt einfach natürlicher, weil „lebendiger“, als bei Leuchtstofflampen. Aber das ist mein persönlicher Eindruck.
Die Lichteffekte und Reflexionen sind wegen der gleichmäßigen Abstrahlung bei T5 nicht möglich. Alles, was neben diesem Abstrahlungsbereich liegt, wird von einer HQI-Leuchte nicht direkt beleuchtet. Auch das trägt zum natürlichen Aussehen eines Aquariums bei. Ein weiterer Vorteil ist, wie ich finde, das langsame „anfahren“ der HQI-Leuchtmittel. Es wird quasi wie mit einem Dimmer nach dem Einschalten sanft und kontinuierlich hochgefahren.
Generell muss man jedoch sagen, HQI ist nicht dimmbar, also nicht vergleichbar mit einer Halogen-Leuchte, die wiederum dimmbar ist. Wer eine tageszeitlich abgestufte Lichtleistung erreichen möchte, dem kann ich die Verwendung von mehreren HQI-Leuchten oder auch die Kombination mit Leuchtstoffröhren empfehlen. Sonnenauf- und Untergangssimulation sind unter zu Hilfenahme von Aquarium-Computern, z.B. von IKS in Verbindung mit einer geeigneten Leuchte, ohne große Probleme realisierbar.
HQI-Technik in der Meerwasser-Aquaristik
Die HQI-Technik kann man nicht eben als eine günstige oder gar billige Technik bezeichnen. Eine gute HQI-Leuchte wird man kaum unter € 350,- bis € 400,- neu erwerben können. Das liegt an der notwendigen, teilweise recht teuren Technik, der hohen Verarbeitungsqualität und letztendlich natürlich auch an der geringen Stückzahl der produzierten Leuchten. HQI-Leuchten sind aber ihr Geld wert, denn sie arbeiten recht wirtschaftlich und die Qualität, was die Lichtechtheit und die Farbtreue angeht, ist ausgesprochen gut.
Welche Leistung braucht man?
In der Meerwasser-Aquaristik rechnet man mit ca. 0,4-1,5W pro Liter Aquarieninhalt. Gängig sind zum Beispiel 70W für 80-150 Liter oder auch 150W für eine Beckengröße um die 350Liter Inhalt. Die benötigte Leistung richtet sich natürlich nach dem Anspruch der Tiere im Aquarium. Steinkorallen brauchen wesentlich mehr Licht als z. B. Weichkorallen und Anemonen oder gar ein so genanntes Fisch only Aquarium! Die Tiefe des Aquariums, der gewünschte Abstand der Strahler zur Wasseroberfläche und natürlich auch die "Akzeptanz" zur Stromrechnung sind ebenfalls wichtige Faktoren ... man kann also durchaus auch von den oben genannten Leistungen abweichen
Die Installation
Die Technik von HQI-Leuchten ist vom Prinzip immer gleich, dabei ist es recht, egal ob es sich um eine Hängelampe für Aquaristik, einen Strahler mit Bügel oder eine Wandleuchte handelt. Die Unterschiede liegen meist in der Form des Gehäuses. Der Abstand des Strahlers zur Wasseroberfläche sollte durchschnittlich ca. 20cm - 60cm betragen. Je dichter die Leuchte an der Wasseroberfläche installiert ist, desto höher ist auch die Lichtausbeute, die bestrahlte Fläche wird allerdings deutlich kleiner. Grundsätzlich kann man sagen, die Lichtleistung nimmt mit zunehmender Entfernung von der Wasseroberfläche ab.
Normalerweise werden Leuchten über ein Aquarium unter zu Hilfenahme von Stahlseilen oder Ketten gehängt. Strahler mit Bügel können sowohl am Bügel hängend als auch mit dem Bügel an Wand oder Decke befestigt werden. Sie sind somit individueller einzusetzen und können auch schräg (vergleichbar dem Sonnenverlauf) montiert werden.
Wichtig ist auf eine ausreichende Belüftung zu achten. Die Luft sollte über den Leuchten zirkulieren können, ansonsten entsteht Stauwärme, die sich äußerst negativ auf die Lebensdauer sowohl der Lampe als auch der Leuchtmittel auswirkt. Verbaut man HQI-Leuchten in sogenannte Lichtkästen, ist unbedingt für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Dies kann mit Hilfe von PC-Lüftern geschehen, die man in die Seitenwände des Lichtkastens einbaut, um mit deren Hilfe die entstehende Stauwärme nach außen „abzusaugen“. Auf keinen Fall die Leuchten oder Leuchtmittel direkt mit kalter Luft bestrahlen. Auch das würde sich negativ auf die Lebensdauer auswirken.
Die HQI-Leuchte
Bekanntermaßen gibt es die unterschiedlichsten Bauformen für HQI-Leuchten. Es ist eigentlich egal, welche Bauform man wählt: Das ist mehr oder weniger abhängig vom persönlichen Geschmack und Gusto sowie selbstverständlich vom „Geldbeutel“. Wichtig ist zu wissen, dass jede als HQI-Leuchte gekennzeichnete Lampe, keinerlei Unterschied in der Wirkungsweise gegenüber einer anderen Bauform aufweist. Prinzipiell ist es, egal ob ein „Bügelstrahler“ oder aber eine „echte“ Aquariumlampe erworben wird. Unterschiede gibt es nur in der Wirkungsweise der in der Leuchte verwendeten Reflektoren und Leuchtmittel. Die können sich allerdings sehr stark auf das Abstrahlverhalten auswirken. Einige Reflektoren erzeugen eine bis zu 100% höhere Lichtausbeute gegenüber herkömmlichen „Hammerschlag“ Reflektoren, die üblicherweise in Bügellampen eingesetzt werden. Als Beispiel sei hier die derzeitige Spitzentechnik in Sachen Reflektor, der Lumenarc III von Coralsands/USA genannt. Das gleiche gilt für die Leuchtmittel. Auch hier gibt es relativ große Unterschiede in Lichtausbeute, Lichtfarbe sowie Lebensdauer. Meine Empfehlung in Bezug auf HQI-Leuchtmittel. Niemals auf billig Produkte zurückgreifen, letztlich zahlt es sich nicht aus. Dies spiegelt meine persönliche Erfahrung wieder und soll nicht wertend verstanden werde.
Eine Schutzscheibe vor dem Lampengehäuse sorgt für die Sicherheit gegen Spritzwasser. Wirklich gute HQI-Leuchten haben ein Schutzglas, welches auch die von der Lampe erzeugten UV-A, -B und –C Strahlen filtert.
Das Zünden der HQI-Strahler ist meist immer mit einer Geräuschentwicklung verbunden. Es wird ein Zündfunke von mehreren Kilovolt erzeugt, der in der Regel auch deutlich zu hören ist. Auch können in der Zünd- und Aufwärmphase der HQI-Leuchte Vibrationen entstehen, die am Gehäuse der Lampe wahrnehmbar sind. Dies ist vollkommen normal und gibt keinerlei Anlass zur Besorgnis. Die Lampe kommt für kurze Zeit, meist weniger als 5 Minuten, in Eigenresonanz. Wie schon gesagt, das ist vollkommen normal. Auch normal ist es, das nicht alle HQI-Leuchten sofort nach dem Einschalten anfangen zu arbeiten. Auch kann es sein, dass nach dem Einschalten der Lampe erst einmal nichts geschieht und diese erst nach ca. 5 -10 sec anfängt zu arbeiten. Dieser Effekt entsteht durch die Erzeugung der Hochspannung, die Kondensatoren der Hochspannungstrafos sind noch entleert und benötigen ein paar Sekunden um „befüllt“ zu werden. Ein leichtes Brummen des Hochleistungstrafos ist eigentlich immer zu hören und kaum zu vermeiden und ebenfalls als normal anzusehen. Sollte sich jedoch das Brummen im Laufe der Zeit verstärken, deutet dies auf eine zunehmende Alterung des Trafos hin. Ein Austausch des Trafos ist hier dringend anzuraten.
HQI-Leuchte und Wärmeentwicklung
Darauf, das auf eine ausreichende Luftzirkulation um eine HQI-Leuchte zu achten ist, wurde schon hingewiesen, da sich sonst unter anderem die mögliche Betriebsdauer der Leuchtmittel deutlich verringern könnte. Es ist auf genügend Abstand zu Dekorationen und Umbauten (Tapete, Holz, Verkleidungen usw.) zu achten, diese könnten durch die enorme Wärmeentwicklung Schaden nehmen. Die Lebensdauer der Leuchtmittel in HQI-Leuchten ist unter anderem auch von der Betriebstemperatur abhängig. Aus diesem Grund haben einige Hersteller in ihre Leuchten Lüfter eingebaut, um das Leuchtmittel passiv zu kühlen. HQI-Leuchten sind in der bisherigen konventionellen Technik prinzipiell nicht dimmbar.
Lichtfarben
Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben. Je höher die Kelvinzahl, desto mehr Blauanteil und je weniger Rotanteil findet sich im Lichtspektrum. Die Lichtleistung ist prinzipiell immer vergleichbar, die Wellenlänge jedoch ist unterschiedlich.
Handelsübliche Lichtfarben:
5000 – 6500K: So genannte Daylight-Brenner mit Tageslichtspektrum, in der Meerwasser-Aquaristik zur Beleuchtung von reine Fischbecken gut geeignet.
10.000K: Mit einem relativ niedrigem Blauanteil im Spektrum für Meerwasser-Aquarien. Sehr schöne Farbwiedergabe im Aquarium, gut geeignet für Aquarien die zusätzlich mit T5 beleuchtet werde um den etwas geringeren Blauanteil zu kompensieren.
14.000K: Die optimale Beleuchtung für jedes Riff-Aquarium mit einem sehr guten Blauanteil und einer ausgezeichneten Farbwiedergabe von Korallen und Fischen.
20.000K: Ein fast reines Blaulicht, optimale Tiefensimulation
Für welche Lichtfarbe man sich nun tatsächlich entscheidet, hängt letztlich vom Geschmack des Nutzers ab und was man damit beleuchten möchte (Steinkorallen, Weichkorallen, Anemonenbecken oder reine Fischbecken usw.). Den Fischen ist die Lichtfarbe relativ egal, die leben oftmals auch in größeren Tiefen und stören sich an einem dunkler beleuchteten Becken überhaupt nicht.
Beleuchtungszeit
Als Standard gilt die Beleuchtungszeit eines normalen Tropentages. Ein „Lichttag“ ist dort in aller Regel 12 Stunden. Dieser Lichttag soll nun nicht unbedingt 12 Stunden von der vollen Lichtleistung der HQI-Leuchten erzeugt werden. Es reichen oftmals auch nur 8 (oder weniger) Stunden mit voller HQI-Beleuchtung. Die Lichtphase vor und nach den HQI-Leuchten übernehmen dann T5 Leuchtstoffröhren. Nutzt man z.B. drei HQI-Leuchten, ist auch recht gut Sonnen Auf- und Untergang zu simulieren.
Hat man bisher mit Leuchtstoffröhren beleuchtet und möchte nun zu HQI wechseln, sollte man dies mit Großem bedacht tun. HQI-Leuchten haben eine deutlich höhere Lichtausbeute als T5, außerdem strahlen sie in aller Regel UV ab, was bei sessilen Tieren, die sich nicht ausreichend akklimatisieren konnten, durchaus zu Verbrennungen führen kann. Es ist wichtig die HQI-Leuchten Stepp by Stepp in der Beleuchtungsdauer anzupassen. Das heißt, entweder ich hänge die Leuchte zunächst recht hoch über dem Aquarium auf und reduziere die Höhe jeden Tag ein wenig, oder aber ich fange mit einer relativ niedrigen Beleuchtungsdauer an und passe die, Tag für Tag ein wenig an. Auf diese Art und Weise wird ein möglicher „Lichtschock“ bei den Tieren vermieden. Gerade Korallen und Anemonen können hier gemachte Fehler sehr übel nehmen.
Schon die Tatsache das HQI-Leuchten einen Moment benötigen um zu zünden zeigt, sie sind für den Dauerbetrieb gedacht. Zu Häufiges ein- und ausschalten schadet ihnen nur und verkürzt die Lebensdauer der Brenner erheblich. Außerdem benötigen HQI-Leuchten etwa 10-12 Minuten, bis ein erneutes Zünden überhaupt möglich ist. Ausnahe ist hier, man verwendet eine digitale Vorschalteinheit (z.B. Powertronic /Osram) dann ist ein zünden in wesentlich kürzeren Abständen durchaus möglich.
Wie lange halten die Leuchtmittel
Die konventionelle HQI-Kolbentechnik lässt einen Betrieb von ca. 6000 Betriebsstunden durchschnittlich zu. Danach sollten die Brenner ausgetauscht werden, auch wenn sie noch funktionieren, denn sie werden zu unwirtschaftlich und das Spektrum verändert sich nachteilig. Die Lampen (Strahler) selbst sind für den Langzeitbetrieb ausgelegt und halten natürlich viel länger. Meerwasser-Aquarianer die Steinkorallen (SPS/LPS) pflegen, sollten die Brenner spätestens alle 10 Monate austauschen, manche machen dies sogar noch früher. Das liegt dann im eigenen Ermessen.
Neu auf dem Markt, damit noch sehr teuer, sind die sogenannten HCI-Brenner (Keramikinnenkolben-Brenner) deren Vorteil darin besteht das die Wirkungsweise, sprich das Spektrum der Brenner, über fast die gesamte Lebensdauer hin nicht abfällt. Die Hersteller versprechen ein gleich bleibendes Spektrum von ca. 10.000 – 12.000 Betriebsstunden, außerdem soll die tatsächliche Lichtleistung in Lumen deutlich höher sein als bei herkömmlichen HQI-Brennern, damit einen deutlich höheren Wirkungsgrad erreichen. Derzeit sind diese Brenner noch nicht für die Meerwasser-Aquaristik in einer geeigneten Lichtfarbe erhältlich. Das wird sich aber in nächster Zeit ändern. Bisher sind sie ausschließlich als WDL und NDL Leuchtmittel mit bis zu 6500K erhältlich.
Kompatibilität
Hier sei nur kurz erwähnt, die Leuchtmittel, sprich Brenner, sind unter den einzelnen Leuchten NICHT kompatibel. Man kann also nicht einen 150-Watt-Brenner in eine 250-Watt-Leuchte einbauen und umgekehrt. Die Trafos versorgen die Brenner mit unterschiedlicher Spannung, was zur Zerstörung der gesamten Leuchte führen kann, wenn man einen falsch dimensionierten Brenner in die Leuchte einbaut und einschaltet.
Dieser Artikel spiegelt lediglich meine persönliche Meinung und Erfahrung wieder. Er soll informieren und Möglichkeiten aufzeigen, eine Garantie auf Vollständige- und 100%tiege Richtigkeit der gemachten Angaben kann ich selbstverständlich nicht übernehmen.
|